Es steht geschrieben: Wie Jesus uns lehrt, Versuchungen zu widerstehen!

Wüs­te, Hun­ger, drei Ver­su­chun­gen. Jesus ant­wor­tet nicht mit eige­nen Wor­ten, son­dern mit Got­tes Wort. Eine Ana­ly­se der Ver­su­chungs­ge­schich­te zeigt, war­um die Schrift stär­ker ist als jedes mensch­li­che Argu­ment im Kampf gegen die Ver­su­chung.

Mat­thä­us 4, 1–11: “Da wur­de Jesus vom Geist in die Wüs­te geführt, damit er von dem Teu­fel ver­sucht wür­de. Und da er vier­zig Tage und vier­zig Näch­te gefas­tet hat­te, hun­ger­te ihn. Und der Ver­su­cher trat zu ihm und sprach: Bist du Got­tes Sohn, so sprich, dass die­se Stei­ne Brot wer­den. Er aber ant­wor­te­te und sprach: Es steht geschrie­ben 5. Mose 8,3: »Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, son­dern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Got­tes geht.« Da führ­te ihn der Teu­fel mit sich in die hei­li­ge Stadt und stell­te ihn auf die Zin­ne des Tem­pels und sprach zu ihm: Bist du Got­tes Sohn, so wirf dich hin­ab; denn es steht geschrie­ben Ps 91,11–12: »Er wird sei­nen Engeln dei­net­we­gen Befehl geben; und sie wer­den dich auf den Hän­den tra­gen, damit du dei­nen Fuß nicht an einen Stein stößt.« Da sprach Jesus zu ihm: Wie­der­um steht auch geschrie­ben 5. Mose 6,16: »Du sollst den Herrn, dei­nen Gott, nicht ver­su­chen.« Dar­auf führ­te ihn der Teu­fel mit sich auf einen sehr hohen Berg und zeig­te ihm alle Rei­che der Welt und ihre Herr­lich­keit und sprach zu ihm: Das alles will ich dir geben, wenn du nie­der­fällst und mich anbe­test. Da sprach Jesus zu ihm: Weg mit dir, Satan! Denn es steht geschrie­ben 5. Mose 6,13: »Du sollst anbe­ten den Herrn, dei­nen Gott, und ihm allein die­nen.« Da ver­ließ ihn der Teu­fel. Und sie­he, da tra­ten Engel zu ihm und dien­ten ihm.”

Jede Ver­su­chung beginnt mit einer Fra­ge, die harm­los klingt, aber tief in unser Inners­tes zielt. So war es bei Jesus in der Wüs­te, und so ist es bis heu­te bei jedem Men­schen. Die Geschich­te in Mat­thä­us 4,1–11 gehört zu den bekann­tes­ten bibli­schen Erzäh­lun­gen, doch ihre Tie­fe wird oft unter­schätzt. Sie zeigt nicht nur, dass Jesus ver­sucht wur­de, son­dern vor allem, wie er die­ser Ver­su­chung wider­stand. Und genau die­ses Wie ist von größ­ter Bedeu­tung für jeden Chris­ten, der sich täg­lich mit eige­nen Ver­su­chun­gen aus­ein­an­der­set­zen muss.

Der Text beginnt mit einer bemer­kens­wer­ten Fest­stel­lung: Jesus wur­de vom Geist in die Wüs­te geführt, damit er von dem Teu­fel ver­sucht wür­de. Das ist kein Zufall und kei­ne Fal­le, in die Jesus unvor­be­rei­tet gerät. Es ist ein von Gott geführ­ter Pro­zess. Auch im Leben eines Chris­ten sind Ver­su­chun­gen oft Teil eines geist­li­chen Rei­fe­pro­zes­ses. Gott lässt Ver­su­chun­gen zu, nicht um uns zu Fall zu brin­gen, son­dern um unse­ren Glau­ben zu prü­fen und zu stär­ken. Jako­bus schreibt dazu in Jako­bus 1,2–3: “Mei­ne lie­ben Brü­der, ach­tet es für rei­ne Freu­de, wenn ihr in man­cher­lei Anfech­tun­gen fallt, und wisst, dass euer Glau­be, wenn er echt ist, Geduld wirkt.” Anfech­tung und Ver­su­chung sind dem­nach nicht grund­sätz­lich nega­tiv zu ver­ste­hen, son­dern kön­nen zu geist­li­chem Wachs­tum füh­ren, wenn wir rich­tig mit ihnen umge­hen.

Jesus war vier­zig Tage und vier­zig Näch­te in der Wüs­te und hat­te gefas­tet. Er war kör­per­lich geschwächt, hung­rig und erschöpft. Genau in die­sem Moment der größ­ten Ver­wund­bar­keit tritt der Teu­fel an ihn her­an. Das ist ein wich­ti­ges Mus­ter, das sich durch die gan­ze Bibel und durch unser eige­nes Leben zieht. Ver­su­chun­gen kom­men sel­ten dann, wenn wir stark, aus­ge­ruht und geist­lich gefes­tigt sind. Sie kom­men in Momen­ten der Schwä­che, der Erschöp­fung, der Ein­sam­keit oder der Not. Petrus warnt in 1. Petrus 5,8: “Seid nüch­tern und wach­sam! Denn euer Wider­sa­cher, der Teu­fel, geht umher wie ein brül­len­der Löwe und sucht, wen er ver­schlin­ge.” Der Teu­fel sucht gezielt nach dem rich­ti­gen Moment, nach der rich­ti­gen Schwach­stel­le.

Die ers­te Ver­su­chung zielt auf das kör­per­li­che Bedürf­nis Jesu. “Bist du Got­tes Sohn, so sprich, dass die­se Stei­ne Brot wer­den.” Die­se Ver­su­chung ist raf­fi­niert, denn sie erscheint zunächst harm­los. Was wäre falsch dar­an, Hun­ger zu stil­len? Doch der Teu­fel ver­sucht Jesus dazu zu brin­gen, sei­ne gött­li­che Macht für sei­ne eige­nen Bedürf­nis­se ein­zu­set­zen, ohne auf Got­tes Zeit­plan und Got­tes Weg zu ver­trau­en. Es geht um die Fra­ge: Ver­traut Jesus dar­auf, dass Gott ihn ver­sorgt, oder nimmt er die Sache selbst in die Hand, auf eine Wei­se, die nicht Got­tes Wil­le ent­spricht?

Jesus ant­wor­tet nicht mit einer eige­nen theo­lo­gi­schen Erklä­rung, son­dern zitiert direkt aus dem Alten Tes­ta­ment, aus 5. Mose 8,3: “Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, son­dern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Got­tes geht.” Die­ser Vers stammt aus dem Kon­text der Wüs­ten­wan­de­rung Isra­els, wo Gott sein Volk vier­zig Jah­re lang mit Man­na ver­sorg­te, um ihnen zu zei­gen, dass wah­res Leben nicht allein von mate­ri­el­len Din­gen abhängt, son­dern von der Bezie­hung zu Gott und sei­nem Wort. Jesus iden­ti­fi­ziert sich mit die­ser Geschich­te Isra­els und zeigt, dass ech­tes Leben aus dem Ver­trau­en auf Got­tes Wort ent­steht, nicht aus der eigen­mäch­ti­gen Befrie­di­gung von Bedürf­nis­sen.

Die zwei­te Ver­su­chung ist sub­ti­ler. Der Teu­fel führt Jesus auf die Zin­ne des Tem­pels und for­dert ihn auf, sich hin­ab­zu­stür­zen, denn es ste­he doch geschrie­ben, dass Got­tes Engel ihn tra­gen wür­den. Hier zitiert der Teu­fel selbst die Hei­li­ge Schrift, näm­lich Psalm 91,11–12, aller­dings aus dem Zusam­men­hang geris­sen und miss­braucht. Das ist eine wich­ti­ge Lek­ti­on: Der Teu­fel kennt die Bibel sehr gut und ist durch­aus in der Lage, bibli­sche Ver­se zu zitie­ren, um sei­ne eige­nen Zwe­cke zu ver­fol­gen. Das zeigt, dass es nicht aus­reicht, ein­fach Bibel­ver­se zu ken­nen oder zu zitie­ren. Es kommt dar­auf an, die Hei­li­ge Schrift im rich­ti­gen Kon­text und im rich­ti­gen Geist zu ver­ste­hen.

Und genau hier liegt eines der größ­ten Pro­ble­me unse­rer heu­ti­gen geist­li­chen Ver­fas­sung: Vie­le – ja, selbst Theo­lo­gen – ken­nen die Hei­li­ge Schrift kaum noch, oder sie rela­ti­vie­ren das Wort Got­tes, bis es jede Ver­bind­lich­keit ver­liert. Wo die Schrift nicht mehr als Got­tes auto­ri­ta­ti­ve Stim­me gehört wird, öff­net sich ein gefähr­li­cher Raum. In die­sem Raum kann der Teu­fel mit fal­schen Leh­ren, fromm klin­gen­den Ideo­lo­gien und schein­bar moder­nen Deu­tun­gen die Kir­che von innen her­aus schwä­chen und zer­stö­ren. Manch­mal kennt der Teu­fel die Schrift bes­ser als so man­cher Christ – und nutzt die­ses Wis­sen, um Ver­wir­rung zu stif­ten und Her­zen vom kla­ren Wort Got­tes weg­zu­füh­ren.

Und das Erschre­cken­de dabei ist, dass vie­le gar nicht mehr bemer­ken, wer sie eigent­lich führt. Sie hal­ten ihre Gedan­ken für ihre eige­nen, ihre Über­zeu­gun­gen für auf­ge­klärt, ihre Ent­schei­dun­gen für frei – und mer­ken nicht, dass eine frem­de Hand sie lei­tet. Der Teu­fel tritt sel­ten laut auf; er flüs­tert, er streut Zwei­fel, er tarnt sich als Ver­nunft, als Fort­schritt, als „neue Sicht­wei­se“. Und wäh­rend sie mei­nen, sich von alten Las­ten zu befrei­en, ent­fer­nen sie sich Schritt für Schritt von Chris­tus selbst. Das ist die stil­le Tra­gik unse­rer Zeit: Vie­le emp­fin­den den Schritt weg von Jesus als Befrei­ung – als wür­den sie end­lich selbst bestimmt leben. In Wahr­heit aber führt die­ser Weg nicht in die Frei­heit, son­dern in die Irre. Denn ech­te Frei­heit gibt es nur dort, wo Chris­tus das Herz hält und lei­tet.

Pau­lus warnt in 2. Korin­ther 11,14: “Denn er selbst, der Satan, ver­stellt sich als ein Engel des Lichts.” Der Teu­fel tarnt sei­ne Ver­su­chun­gen oft mit einem reli­giö­sen Anstrich, um sie glaub­wür­di­ger erschei­nen zu las­sen. Jesus durch­schaut die­se Mani­pu­la­ti­on sofort und ant­wor­tet erneut mit der Hei­li­gen Schrift, dies­mal aus 5. Mose 6,16: “Wie­der­um steht auch geschrie­ben: Du sollst den Herrn, dei­nen Gott, nicht ver­su­chen.” Die­se Ant­wort zeigt, dass es nicht dar­um geht, Got­tes Macht zu tes­ten oder zu pro­vo­zie­ren, son­dern ihm in aller Demut zu ver­trau­en. Wer Gott her­aus­for­dert, um sei­ne eige­ne Sicher­heit oder sei­nen eige­nen Vor­teil zu bewei­sen, miss­braucht den Glau­ben.

Auf­fäl­lig ist dabei: Jesus ant­wor­tet nicht mit eige­nen Wor­ten, son­dern mit dem Wort Got­tes. Wie­der­um sagt er: „Es steht geschrie­ben…“ – und genau dar­in liegt sei­ne Stär­ke. Er ver­lässt sich nicht auf mensch­li­che Argu­men­te, nicht auf Gefüh­le, nicht auf klu­ge Gedan­ken, sondern auf die Hei­li­ge Schrift, die Got­tes Stim­me trägt. Wie oft hin­ge­gen debat­tie­ren wir mit unse­ren eige­nen Wor­ten, ver­su­chen mit Logik, Emo­ti­on oder per­sön­li­cher Über­zeu­gung zu bestehen – und ver­lie­ren dabei die geist­li­che Kraft, die allein aus der Schrift kommt.

War­um sagen wir nicht viel öfter: „Es steht geschrie­ben…“? Das ist wah­re Bibel­treue. Und Bibel­treue ist die ein­zi­ge Ant­wort, die jeder Ver­su­chung stand­hält.

Die drit­te Ver­su­chung ist die offens­te und direk­tes­te. Der Teu­fel zeigt Jesus alle Rei­che der Welt und ver­spricht ihm die­se Macht, wenn er ihn anbe­ten wür­de. Hier wird deut­lich, wor­um es dem Teu­fel eigent­lich geht: um Anbe­tung, um die Umkeh­rung der gött­li­chen Ord­nung. Er will, dass Jesus ihn statt Gott anbe­tet. Die­se Ver­su­chung berührt den Kern jeder mensch­li­chen Sün­de, näm­lich die Ver­su­chung, etwas ande­res als Gott zum Zen­trum des Lebens zu machen. Es geht um Macht, Reich­tum, Aner­ken­nung, all das, was Men­schen oft über Gott stel­len.

Gera­de in den sozia­len Medi­en wird die­se drit­te Ver­su­chung in einer moder­nen Form sicht­bar. Dort wird vor allem jun­gen Men­schen ein Leben vor­ge­spie­gelt, das schein­bar alles ver­spricht: Reich­wei­te, Aner­ken­nung, Schön­heit, Reich­tum, ein „per­fek­ter“ Kör­per, ein schnel­les Auto, vie­le Frau­en oder Män­ner – ein end­lo­ses Ange­bot an ver­meint­li­cher Erfül­lung. Die Bot­schaft lau­tet: „Wenn du die­ses oder jenes tust, wirst du glück­lich, frei, bedeu­tend.“ Doch das ist nichts ande­res als eine neue Ver­pa­ckung der alten Ver­su­chung. Wie oft las­sen wir uns blen­den, ver­füh­ren, trei­ben – und mer­ken nicht, dass hin­ter die­ser glän­zen­den Fas­sa­de die­sel­be dunk­le Stim­me steht, die Jesus die Rei­che der Welt zeig­te. Das ist der Teu­fel: Er bie­tet viel, aber er nimmt alles.

Jesus reagiert mit äußers­ter Klar­heit: “Weg mit dir, Satan!” Die­se Schär­fe zeigt, dass es Momen­te gibt, in denen Kom­pro­miss­lo­sig­keit not­wen­dig ist. Es gibt kei­ne Ver­hand­lung mit dem Bösen. Jesus zitiert erneut das Wort Got­tes, dies­mal aus 5. Mose 6,13: “Denn es steht geschrie­ben: Du sollst anbe­ten den Herrn, dei­nen Gott, und ihm allein die­nen.” Damit stellt Jesus die gött­li­che Ord­nung wie­der her: Gott allein gebührt Anbe­tung, nie­mand und nichts sonst.

Wie­der­um argu­men­tiert Jesus nicht mit eige­nen Wor­ten, son­dern mit dem Wort Got­tes. Damit erhebt er die Hei­li­ge Schrift zum Maß­stab und zur höchs­ten Auto­ri­tät. Und was geschieht heu­te? Vie­le soge­nann­te libe­ra­le Chris­ten fol­gen nicht mehr der Schrift, son­dern mensch­li­chen Stim­men: „Der Pas­tor hat gesagt…“, „Der Bibel­leh­rer hat mir durch sein Buch die Augen geöff­net…“, „Mein Glau­be hat sich dadurch ver­än­dert…“ – doch die ent­schei­den­de Fra­ge lau­tet: Hat sich der Glau­be zu Jesus ver­tieft oder hat er sich von ihm ent­fernt? Jesus wider­steht jeder Ver­su­chung mit einem ein­zi­gen Satz: „Es steht geschrie­ben.“ Nicht mit Mei­nun­gen, nicht mit Gefüh­len, nicht mit theo­lo­gi­schen Trends – son­dern mit dem Wort Got­tes. Das ist unse­re Waf­fe gegen den Teu­fel.

Denn wenn heu­te von Theo­lo­gen gesagt oder in klu­gen Büchern geschrie­ben wird: „Du darfst Gott in Fra­ge stel­len; du darfst die Bibel anzwei­feln“, dann steckt dahin­ter nicht der Geist Got­tes, son­dern die alte Stim­me, die schon im Gar­ten Eden frag­te: „Soll­te Gott wirk­lich gesagt haben…?“ Vie­le mer­ken es nicht, weil sie Got­tes Wort nicht mehr ernst neh­men und lie­ber mensch­li­chen Mei­nun­gen fol­gen. So lie­ben sie – ohne es zu bemer­ken – die Stim­me des Ver­su­chers mehr als die Stim­me des Herrn.

Das ist die Ver­su­chung unse­rer Zeit, und sie betrifft nicht nur ein­zel­ne Chris­ten, son­dern die Kir­che selbst. Wo die Hei­li­ge Schrift rela­ti­viert wird, ver­liert die Kir­che ihre geist­li­che Kraft und öff­net dem Teu­fel die Tür.

Was die­se drei Ver­su­chun­gen gemein­sam haben, ist die Reak­ti­on Jesu. In allen drei Fäl­len ant­wor­tet er nicht mit eige­nen Über­le­gun­gen, nicht mit phi­lo­so­phi­schen Argu­men­ten, nicht mit mensch­li­cher Weis­heit, son­dern aus­schließ­lich mit dem geschrie­be­nen Wort Got­tes. Drei­mal sagt er: “Es steht geschrie­ben.” Das ist kei­ne Zufäl­lig­keit, son­dern eine bewuss­te Stra­te­gie, die uns eine tie­fe geist­li­che Wahr­heit lehrt. Wenn selbst der Sohn Got­tes in der Stun­de der Ver­su­chung nicht auf eige­ne Gedan­ken ver­traut, son­dern auf das geschrie­be­ne Wort Got­tes zurück­greift, wie viel mehr soll­ten wir als Men­schen das Wort Got­tes zur Grund­la­ge unse­res Kamp­fes gegen Ver­su­chun­gen machen.

Die­se Wahr­heit wird auch im Ephe­ser­brief unter­stri­chen, wo Pau­lus die geist­li­che Waf­fen­rüs­tung beschreibt. In Ephe­ser 6,17 heißt es: “das Schwert des Geis­tes, wel­ches ist das Wort Got­tes.” Das Wort Got­tes wird hier als Waf­fe bezeich­net, als akti­ves, kämp­fe­ri­sches Instru­ment im geist­li­chen Kampf. Es ist kein pas­si­ves Wis­sen, son­dern eine dyna­mi­sche Kraft, die im Moment der Ver­su­chung ein­ge­setzt wer­den kann und muss.

Der Hebrä­er­brief beschreibt das Wort Got­tes ähn­lich kraft­voll in Hebrä­er 4,12: “Denn das Wort Got­tes ist leben­dig und kräf­tig und schär­fer als jedes zwei­schnei­di­ge Schwert und dringt durch, bis es schei­det See­le und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Rich­ter der Gedan­ken und Sin­ne des Her­zens.” Die­se Beschrei­bung zeigt, dass das Wort Got­tes nicht ein­fach nur Infor­ma­ti­on ist, son­dern eine leben­di­ge, wirk­sa­me Kraft, die tief in unser Inners­tes wirkt und uns ver­än­dert.

War­um ist es so wich­tig, mit dem Wort Got­tes zu ant­wor­ten und nicht mit eige­nen Gedan­ken? Der Grund liegt dar­in, dass unse­re eige­nen Gedan­ken und Gefüh­le in der Stun­de der Ver­su­chung oft trü­ge­risch und unzu­ver­läs­sig sind. Jere­mia beschreibt das mensch­li­che Herz in Jere­mia 17,9 mit den Wor­ten: “Ver­stockt ist das Herz, ver­zagt ist es; wer kann es ergrün­den?” Unser eige­nes Den­ken kann uns leicht in die Irre füh­ren, beson­ders wenn wir ver­sucht wer­den. Der Teu­fel appel­liert oft an unse­re Gefüh­le, unse­re Wün­sche, unse­re Logik, und die­se kön­nen in sol­chen Momen­ten sehr über­zeu­gend erschei­nen.

Doch das Wort Got­tes bie­tet eine objek­ti­ve, äuße­re Auto­ri­tät, die nicht von unse­ren wech­seln­den Gefüh­len oder unse­rer momen­ta­nen geist­li­chen Ver­fas­sung abhängt. Es ist, wie der Psal­mist in Psalm 119,11 schreibt: “Ich behal­te dein Wort in mei­nem Her­zen, damit ich nicht gegen dich sün­di­ge.” Das Wort Got­tes muss bereits vor­her im Her­zen ver­an­kert sein, damit es im Moment der Ver­su­chung sofort zur Ver­fü­gung steht.

Das bedeu­tet prak­tisch, dass die Vor­be­rei­tung auf Ver­su­chun­gen bereits lan­ge vor der eigent­li­chen Ver­su­chung beginnt. Jesus konn­te in der Wüs­te so treff­si­cher mit der Schrift ant­wor­ten, weil er sie kann­te, weil er mit ihr ver­traut war, weil sie tief in sei­nem Her­zen ver­wur­zelt war. Das zeigt uns, wie wich­tig es ist, regel­mä­ßig und inten­siv in der Bibel zu lesen, nicht nur ober­fläch­lich, son­dern mit dem Ziel, ihre Wahr­hei­ten wirk­lich zu ver­in­ner­li­chen. Wer das Wort Got­tes nicht kennt, kann es auch nicht im ent­schei­den­den Moment anwen­den.

Pau­lus ermahnt Timo­theus in 2. Timo­theus 2,15: “Sei bemüht, dich selbst Gott als bewährt zu erwei­sen, als einen Arbei­ter, der sich nicht zu schä­men braucht, der das Wort der Wahr­heit rich­tig dar­legt.” Die­se Ermah­nung gilt nicht nur für Pas­to­ren und Theo­lo­gen, son­dern für jeden Chris­ten, der im geist­li­chen Kampf stand­haft blei­ben will.

Ein wei­te­rer wich­ti­ger Aspekt die­ser Geschich­te ist, dass Jesus die Ver­su­chung nicht durch Dis­kus­si­on oder Argu­men­ta­ti­on über­win­det, son­dern durch kla­re, ent­schie­de­ne Aus­sa­gen aus der Hei­li­gen Schrift. Er lässt sich nicht auf eine theo­lo­gi­sche Debat­te mit dem Teu­fel ein, son­dern been­det jede Ver­su­chung mit einem kla­ren bibli­schen Zitat. Das lehrt uns, dass es in der Stun­de der Ver­su­chung nicht dar­um geht, mit dem Bösen zu dis­ku­tie­ren oder es zu über­zeu­gen, son­dern ent­schie­den und klar mit der Wahr­heit Got­tes zu ant­wor­ten und dann stand­haft zu blei­ben.

Jako­bus fasst die­ses Prin­zip zusam­men in Jako­bus 4,7: “So seid nun Gott unter­tan. Wider­steht aber dem Teu­fel, so flieht er von euch.” Wider­stand gegen den Teu­fel bedeu­tet nicht end­lo­se Dis­kus­si­on, son­dern kla­re Abgren­zung im Licht des Wor­tes Got­tes.

Und das bedeu­tet auch, dass wir uns manch­mal von Men­schen tren­nen müs­sen, die sich „Chris­ten“ nen­nen, aber nichts ande­res tun, als das Wort Got­tes stän­dig zu kri­ti­sie­ren, zu rela­ti­vie­ren oder end­los dar­über zu debat­tie­ren. Argu­men­te kön­nen aus­ge­tauscht wer­den – ja, es gibt Raum für ehr­li­che Fra­gen und ech­tes Rin­gen. Aber alles hat sei­ne Zeit. Wenn jemand nur dis­ku­tie­ren will, ohne sich dem Wort Got­tes zu beu­gen, wenn jede bibli­sche Wahr­heit sofort infra­ge gestellt wird, wenn aus der Schrift ein Debat­tier­feld statt Got­tes Stim­me wird, dann führt das nicht zu Chris­tus, son­dern weg von ihm. In sol­chen Momen­ten ist geist­li­che Abgren­zung not­wen­dig. Denn wer dem Teu­fel wider­ste­hen will, muss klar ste­hen – im Licht des Wor­tes Got­tes und nicht im Nebel end­lo­ser Dis­kus­sio­nen.

Am Ende der Erzäh­lung heißt es, dass der Teu­fel Jesus ver­ließ und Engel kamen und ihm dien­ten. Das zeigt, dass nach der Stand­haf­tig­keit im Kampf gegen die Ver­su­chung Stär­kung und Trost fol­gen. Wer im Wort Got­tes ver­wur­zelt bleibt und der Ver­su­chung wider­steht, wird nicht allein gelas­sen, son­dern erfährt Got­tes Für­sor­ge und Stär­kung. Die­se Geschich­te ist somit nicht nur eine Leh­re über den Umgang mit Ver­su­chung, son­dern auch eine Ermu­ti­gung, dass Gott denen bei­steht, die treu blei­ben.

„Und der Frie­de Got­tes, der höher ist als alle Ver­nunft, wird eure Her­zen und Sin­ne bewah­ren in Chris­tus Jesus” (Phil­ip­per 4,7). Amen.

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B.Beck writes for Bibeltreu.

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